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Unternehmer fällt aus: Diese 3 Dinge müssen geregelt sein

Viele Unternehmer organisieren ihr Geschäft sehr sorgfältig: Strategien werden entwickelt, Prozesse aufgebaut, Mitarbeiter geführt und Vermögen aufgebaut. Doch ein entscheidender Punkt wird häufig übersehen: Was passiert eigentlich, wenn Sie plötzlich nicht mehr entscheiden können?

Dabei geht es nicht zwingend um den Todesfall. Viel häufiger und realistischer ist ein anderes Szenario – eine vorübergehende oder dauerhafte Handlungsunfähigkeit, etwa durch Krankheit oder einen Unfall. In solchen Situationen zeigt sich sehr schnell, ob ein Unternehmen wirklich stabil organisiert ist oder ob entscheidende Strukturen fehlen.

Aus der Praxis zeigt sich immer wieder: Wenn für diesen Fall keine klaren Regelungen existieren, können Unternehmen, Vermögen und sogar familiäre Strukturen innerhalb kürzester Zeit ins Wanken geraten. Deshalb sollten Unternehmer und Investoren frühzeitig vorsorgen.

Damit Ihr Unternehmen und Ihr Vermögen auch in einer solchen Situation stabil bleiben, müssen drei zentrale Bereiche geregelt sein: Entscheidungen, Vermögen und Familie.

1. Wer darf Entscheidungen treffen, wenn Sie es nicht mehr können?

Der erste und wichtigste Punkt betrifft die Handlungsfähigkeit Ihres Unternehmens.

Wenn Sie als Unternehmer plötzlich nicht mehr entscheiden können, muss klar sein, wer in dieser Situation handeln darf. Das betrifft sowohl operative Entscheidungen im Tagesgeschäft als auch rechtlich verbindliche Handlungen.

Bereits scheinbar einfache Fragen können entscheidend sein:

  • Wer hat Zugriff auf das Unternehmenskonto?
  • Wer kann Löhne überweisen?
  • Wer darf Verträge unterschreiben?
  • Wer darf Aufträge erteilen?

Wenn hier keine klaren Vollmachten bestehen, kann sehr schnell Chaos entstehen. Mitarbeiter wissen nicht, wie es weitergeht, Lieferanten werden unsicher und Geschäftspartner verlieren Vertrauen.

Besonders kritisch wird es beim Zahlungsverkehr. Ohne Zugriff auf das Bankkonto können beispielsweise keine Gehälter ausgezahlt werden. Für ein Unternehmen kann bereits eine kurze Phase der Unsicherheit existenzielle Folgen haben.

Deshalb sollten Sie sicherstellen, dass mindestens eine Person im Unternehmen:

  • über ausreichende Vollmachten verfügt,
  • rechtlich Verträge unterschreiben darf,
  • und als Ansprechpartner für wichtige externe Partner fungiert.

Dazu gehören insbesondere Banken, Notare, Rechtsanwälte und Steuerberater. Für diese sogenannten „Inner Circle“-Partner muss eindeutig klar sein, wer das Unternehmen vertreten darf.

Eine klare Vertretungsstruktur sorgt dafür, dass Ihr Unternehmen auch ohne Ihre unmittelbare Entscheidungsfähigkeit handlungsfähig bleibt.

2. Ihr Vermögen muss strukturiert dokumentiert sein

Der zweite zentrale Bereich betrifft Ihr Vermögen.

Viele Unternehmer und Investoren verfügen über komplexe Vermögensstrukturen. Dazu gehören beispielsweise:

  • Bankkonten im In- und Ausland
  • Wertpapierdepots
  • Unternehmensbeteiligungen
  • Immobilien
  • Darlehen oder Finanzierungen

In der Praxis zeigt sich immer wieder ein großes Problem: Niemand weiß genau, wo sich welche Vermögenswerte befinden.

Selbst innerhalb der Familie fehlt häufig ein Überblick über:

  • bestehende Konten
  • laufende Darlehen
  • Immobilien
  • Beteiligungen
  • Zahlungsströme

Die Lösung ist vergleichsweise einfach: eine strukturierte Vermögensübersicht.

Diese sollte alle wesentlichen Vermögenswerte enthalten und regelmäßig aktualisiert werden. Es ist nicht notwendig, diese täglich zu pflegen. Es reicht meist aus, wenn Sie Ihre Vermögensstruktur zwei- bis dreimal im Jahr aktualisieren oder wenn neue Konten, Anlagen oder Immobilien hinzukommen.

Eine solche Übersicht sollte beispielsweise enthalten:

  • bei welchen Banken Konten bestehen
  • welche Depots vorhanden sind
  • welche Immobilien im Bestand sind
  • welche Darlehen bedient werden müssen
  • welche regelmäßigen Zahlungsströme existieren

Das ist besonders wichtig, damit Vermögenswerte aktiv verwaltet werden können.

Wenn beispielsweise niemand weiß, auf welches Konto Mieteinnahmen fließen oder welche Darlehensraten zu zahlen sind, können schnell Probleme entstehen. Ebenso können notwendige Zahlungen – etwa für Handwerker oder Instandhaltungen – ausbleiben, wodurch Vermögenswerte an Substanz verlieren.

Man sollte sich bewusst machen: Auch große Vermögen können innerhalb kurzer Zeit erheblich an Wert verlieren, wenn sich niemand aktiv darum kümmert.

3. Die Familie muss informiert und eingebunden sein

Der dritte entscheidende Bereich betrifft Ihre Familie.

Ihr Partner oder Ihre Partnerin sollte zumindest die wichtigsten Informationen kennen. Dazu gehört insbesondere:

  • Wer ist Ansprechpartner im Unternehmen?
  • Wen sollte man im Ernstfall kontaktieren?
  • Welche Berater sind involviert?

Wenn ein solcher Fall eintritt, muss Ihr Partner schnell handeln können. Deshalb sollte klar sein, wer im Unternehmen vorübergehend die Führung übernimmt.

Darüber hinaus sollte Ihre Familie wissen:

  • welche Vermögenswerte vorhanden sind,
  • wo wichtige Unterlagen liegen,
  • wie man Zugriff auf notwendige Informationen erhält.

Auch Passwörter oder Zugänge zu wichtigen Systemen sollten geregelt und sicher hinterlegt sein.

Besonders wichtig wird dieser Punkt, wenn Kinder vorhanden sind. In diesem Fall geht es nicht nur um organisatorische Fragen, sondern auch um die langfristige finanzielle Absicherung der Familie.

Drei Rollen – eine Verantwortung

Als Unternehmer vereinen Sie täglich drei Rollen in einer Person:

  • Unternehmer
  • Vermögensinhaber
  • Familienmitglied

Diese drei Bereiche sind eng miteinander verbunden. Wenn Sie plötzlich ausfallen, betrifft das nicht nur Ihr Unternehmen, sondern auch Ihr Vermögen und Ihre Familie.

Deshalb sollten Sie sicherstellen, dass für alle drei Bereiche klare Strukturen existieren.

Typische Denkfehler in der Praxis

Viele Unternehmer schieben dieses Thema vor sich her. Häufig hört man Aussagen wie:

  • „Das mache ich später.“
  • „Dafür bin ich noch zu jung.“
  • „Das passiert mir schon nicht.“

Doch genau das ist der Denkfehler. Handlungsunfähigkeit kündigt sich in der Regel nicht an. Sie tritt plötzlich ein.

Eine einfache Frage kann helfen, die eigene Situation zu prüfen:

Wenn Sie morgen nicht mehr handlungsfähig wären – wüsste Ihr Partner oder Ihr Unternehmen sofort, wen man anrufen muss?

Die Antwort darauf sollte innerhalb weniger Sekunden klar sein.

Wenn das nicht der Fall ist, besteht Handlungsbedarf.

Wenn Sie morgen nicht mehr handlungsfähig wären – wüsste Ihr Partner oder Ihr Unternehmen sofort, wen man anrufen muss?

Die Antwort darauf sollte innerhalb weniger Sekunden klar sein.

Wenn das nicht der Fall ist, besteht Handlungsbedarf.

Vorsorge bedeutet Verantwortung

Solche Regelungen zu treffen bedeutet nicht, Kontrolle abzugeben. Im Gegenteil: Es bedeutet, Verantwortung zu übernehmen – für Ihr Unternehmen, Ihr Vermögen und Ihre Familie.

Unternehmer investieren viel Zeit, Energie und Risiko in den Aufbau ihrer Strukturen. Umso wichtiger ist es, sicherzustellen, dass diese Strukturen auch dann funktionieren, wenn man selbst vorübergehend oder dauerhaft nicht mehr handeln kann.

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