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Elterngeld 2027: Diese EUR 175.000-Grenze kann dich alles kosten

Wenn Sie im Jahr 2027 ein Kind erwarten, sollten Sie sich nicht erst kurz vor der Geburt mit dem Thema Elterngeld beschäftigen. Denn für das Elterngeld ist das Einkommen aus dem Jahr 2026 entscheidend. Genau hier entstehen in der Praxis immer wieder Probleme, die viele werdende Eltern zunächst gar nicht auf dem Schirm haben.

Die meisten beschäftigen sich mit dem Elterngeld erst dann, wenn die Geburt näher rückt. Zu diesem Zeitpunkt ist es jedoch häufig bereits zu spät, um bestimmte Entwicklungen noch zu beeinflussen. Dabei kann eine frühzeitige Planung einen erheblichen Unterschied machen.

Aus meiner Praxis sehe ich dabei immer wieder zwei zentrale Fragestellungen:

  1. Wie hoch wird das Elterngeld überhaupt ausfallen?
  2. Besteht der Anspruch auf Elterngeld überhaupt noch oder wird die Einkommensgrenze überschritten?

Beide Fragen können bereits heute relevant sein, wenn Ihr Kind im Jahr 2027 geboren werden soll.

Warum das Jahr 2026 für das Elterngeld entscheidend ist

Viele werdende Eltern gehen davon aus, dass für das Elterngeld erst die finanzielle Situation nach der Geburt entscheidend ist. Tatsächlich kommt es jedoch auf das Einkommen im Jahr vor der Geburt an.

Wenn Ihr Kind also im Jahr 2027 geboren wird, ist das Jahr 2026 die maßgebliche Grundlage für die Berechnung.

Das bedeutet auch: Solange das Jahr 2026 noch nicht abgeschlossen ist, besteht unter Umständen die Möglichkeit, die eigene Situation zu analysieren und gegebenenfalls noch zu beeinflussen.

Wer sich erst Anfang 2027 mit dem Thema beschäftigt, kann viele Entwicklungen nicht mehr verändern.

Deshalb lohnt es sich, frühzeitig einen Blick auf die eigene Einkommenssituation zu werfen.

Wie hoch fällt das Elterngeld aus?

Das Elterngeld beträgt grundsätzlich 65 % des letzten Nettoeinkommens.

Dabei gilt:

  • Mindestbetrag: EUR 300
  • Höchstbetrag: EUR 1.800

Zusätzlich gibt es verschiedene Gestaltungsmöglichkeiten. So können beispielsweise Partnermonate genutzt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, die Bezugszeiträume zu verlängern, wobei sich die monatlichen Beträge entsprechend reduzieren.

Für viele Familien stellt sich deshalb die Frage, ob sich die Höhe des Elterngeldes noch beeinflussen lässt.

Steuerklassenwechsel kann Auswirkungen haben

Ein Punkt, der häufig genannt wird, ist der Steuerklassenwechsel.

Wenn bereits feststeht, welcher Elternteil nach der Geburt überwiegend zu Hause bleibt, dann ist dessen Einkommen für das Elterngeld besonders relevant.

Durch einen Wechsel der Steuerklasse kann sich das monatliche Netto erhöhen. Ein höheres Netto kann sich wiederum positiv auf die Höhe des Elterngeldes auswirken.

Wichtig ist dabei vor allem, sich rechtzeitig mit dem Thema auseinanderzusetzen. Wer sich erst sehr spät damit beschäftigt, verschenkt möglicherweise Gestaltungsmöglichkeiten.

Besonderheiten beim zweiten Kind

Auch beim zweiten Kind kann die richtige Planung eine wichtige Rolle spielen.

Hier sollte genau geprüft werden, welcher Zeitraum für die Berechnung des Elterngeldes maßgeblich ist. In der Praxis gibt es Fälle, in denen Eltern ihre berufliche Situation bewusst anpassen, um den Anspruch positiv zu beeinflussen.

Teilweise wird eine selbständige Tätigkeit nicht mehr aufgenommen oder es wird für einen bestimmten Zeitraum wieder in Vollzeit gearbeitet, um die Berechnungsgrundlage zu verbessern.

Deshalb gilt auch hier: Wer frühzeitig plant, kann mögliche Auswirkungen besser einschätzen.

Die entscheidende Grenze von EUR 175.000

Neben der Höhe des Elterngeldes gibt es noch ein zweites Thema, das oftmals deutlich größere finanzielle Auswirkungen haben kann.

Dabei geht es um die Frage, ob überhaupt ein Anspruch auf Elterngeld besteht.

Liegt das gemeinsame zu versteuernde Einkommen der Eltern im Jahr vor der Geburt über EUR 175.000, besteht kein Anspruch auf Elterngeld.

Viele Menschen denken bei dieser Grenze zunächst, dass sie davon ohnehin nicht betroffen sind. In der Praxis zeigt sich jedoch häufig ein anderes Bild.

Gerade wenn beide Partner gut verdienen, wird diese Grenze schneller erreicht als erwartet.

Warum der Wegfall des Elterngeldes so problematisch sein kann

Die eigentliche Herausforderung besteht nicht nur darin, dass kein Elterngeld gezahlt wird.

Das Problem ist vielmehr, dass nach der Geburt häufig ein Einkommen teilweise oder vollständig wegfällt.

Wenn gleichzeitig kein Elterngeldanspruch besteht, fehlt dieser Ausgleich komplett.

Dadurch kann sich das verfügbare Haushaltseinkommen erheblich reduzieren. Für viele Familien stellt das eine enorme finanzielle Belastung dar.

Deshalb sollte die Einkommensgrenze nicht unterschätzt werden.

Diese Einkünfte können den Anspruch gefährden

Besonders kritisch sind häufig Einkünfte, die zunächst gar nicht als Problem wahrgenommen werden.

In der Praxis können beispielsweise folgende Sachverhalte dazu führen, dass die Grenze von EUR 175.000 überschritten wird:

  • Bonuszahlungen
  • Sonderzahlungen des Arbeitgebers
  • Abfindungen
  • Einkünfte aus der Auflösung eines Riestervertrages
  • Gewinne aus einer selbständigen Tätigkeit
  • zusätzliche Einkünfte aus Vermietung
  • sonstige Nebeneinkünfte

Das Problem dabei: Oft handelt es sich um einmalige Effekte.

Trotzdem erhöhen sie das Einkommen des Jahres 2026 und können damit Auswirkungen auf den Elterngeldanspruch haben.

Schon wenige EUR können entscheidend sein

Besonders ärgerlich sind Fälle, in denen die Grenze nur knapp überschritten wird.

In der Praxis kommt es durchaus vor, dass Familien die Grenze von EUR 175.000 lediglich um einige hundert oder tausend EUR überschreiten.

Trotzdem kann dies dazu führen, dass der Anspruch auf Elterngeld verloren geht.

Genau deshalb sollte die Einkommensentwicklung frühzeitig beobachtet werden.

Auch Selbständige und Vermieter sollten genau hinschauen

Nicht nur Arbeitnehmer sind betroffen.

Auch Selbständige sollten ihre Einkommensentwicklung genau im Blick behalten.

Vielleicht ist die neue Selbständigkeit deutlich erfolgreicher als ursprünglich erwartet. Vielleicht entstehen höhere Gewinne als geplant.

Ähnliches gilt für Vermieter.

Ein Objekt, das bislang steuerliche Verluste erzeugt hat, kann plötzlich steuerliche Gewinne erwirtschaften. Auch dadurch verändert sich das Einkommen.

Wer mehrere Einkunftsquellen hat, sollte deshalb nicht nur auf sein Gehalt schauen, sondern die gesamte Einkommenssituation betrachten.

Jetzt rechnen statt später ärgern

Deshalb empfiehlt sich ein systematisches Vorgehen.

Im ersten Schritt sollten Sie gemeinsam mit Ihrem Partner ermitteln, welche Einkünfte im Jahr 2026 bereits erzielt wurden und welche bis zum Jahresende noch zu erwarten sind.

Dazu gehören sämtliche Einkunftsbereiche und nicht nur das Gehalt.

Anschließend sollte geprüft werden, wie sich diese Einkünfte insgesamt auf die steuerliche Situation auswirken.

Erst dadurch lässt sich erkennen, ob die Grenze von EUR 175.000 möglicherweise überschritten wird.

Falls dies der Fall sein sollte, kann geprüft werden, ob es noch Möglichkeiten gibt, Einfluss auf die Situation zu nehmen. Denkbar sind beispielsweise die Verschiebung erwarteter Zahlungen in das nächste Jahr oder Zahlungen, die das Einkommen mindern können, zum Beispiel:

  • Zahlungen in eine private Krankenversicherung
  • Altersvorsorgebeträge
  • Investitionen in ein Vermietungsobjekt

Ziel ist es, die Einkommensgrenze nicht unbemerkt zu überschreiten und den Anspruch auf Elterngeld möglichst zu erhalten.

 

Fazit: Beschäftigen Sie sich heute mit dem Elterngeld

Die Vorfreude auf ein Kind steht selbstverständlich im Vordergrund. Dennoch sollte das Thema Elterngeld nicht auf die lange Bank geschoben werden.

Wenn Ihr Kind im Jahr 2027 geboren wird, dann ist das Jahr 2026 für Ihren Elterngeldanspruch von entscheidender Bedeutung.

Wer frühzeitig analysiert, wie sich das gemeinsame Einkommen entwickelt, kann mögliche Risiken erkennen und rechtzeitig handeln. Das betrifft sowohl die Höhe des Elterngeldes als auch die Frage, ob der Anspruch überhaupt erhalten bleibt.

Deshalb lautet die wichtigste Botschaft: Beschäftigen Sie sich bereits heute mit Ihrer Einkommenssituation im Jahr 2026. So schaffen Sie die Grundlage dafür, die finanzielle Situation Ihrer Familie im Jahr 2027 besser planen zu können.

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